D-Dimere - ein sensitiver Marker einer Thromboembolie

Der Nachweis von D-Dimeren spiegelt die Einwirkung des Plasmins auf vernetztes Fibrin wieder und ist immer ein Beweis für eine intravasale Fibrinbildung mit nachfolgender Fibrinolyse. Die Bestimmung der D-Dimere eignet sich daher sehr gut zur Klärung bei klinischem Verdacht auf ein thromboembolisches Ereignis, da der negative prädiktive Wert dieses Parameters außerordentlich hoch ist. D.h. bei unauffälligem D-Dimer-Wert ist eine Thrombose mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen. Die Bildung von Fibrin ist jedoch nicht spezifisch für venöse Thrombosen und Embolien. Auch bei nicht thrombotischen Krankheiten und Zuständen wie Operation, Blutung, Trauma, Tumorkrankheit, Entzündungsreaktionen und Schwangerschaft werden erhöhte D-Dimer-Spiegel nachgewiesen. D-Dimere sind sowohl in akut entstandenen Fibrinkomplexen, als auch in proteolytischen Abbauprodukten von Fibringerinnseln nachweisbar. Das bedeutet, daß zu unterschiedlichen Zeitpunkten Thrombusbildung und Thrombusabbau nachweisbar sein können. D-Dimere haben in der Blutbahn eine physiologische Halbwertzeit von 8 h. Da die resorptiven Prozesse und der bindegewebige Umbau, je nach Größe des Gerinnsels 18 – 25 Tage dauern können, sind die D-Dimer Konzentrationen nach Thrombose oft noch über Wochen erhöht. Über die Dynamik der D-Dimer-Konzentrationen nach thromboembolischen Ereignissen liegen kaum Daten vor. Daher kann aus dem Verlauf der D-Dimere nicht auf den Zeitpunkt einer Thrombusbildung zurückgeschlossen werden.

Score zur Abschätzung der klinischen Wahrscheinlichkeit einer TVT

Kriterium Punkte
Aktive Tumorerkrankung (Behandlung innerhalb der letzten 6 Monate) 1
Immobilisation der Beine (Lähmung, Gips) 1
Bettlägerigkeit (mehr als 3 Tage), OP (innerhalb der letzten 4 Wochen) 1
Schmerzhaftigkeit im Verlauf der tiefen Venen 1
Schwellung des gesamten Beines 1
Umfangsdifferenz (mehr als 3 cm auf Höhe der Wade) 1
Eindrückbares Ödem (stärker ausgeprägt beim symptomatischen Bein) 1
Dilatierte oberflächliche Venen als Kollateralen (nicht: Varizen) 1
Alternative Diagnose zur TVT ebenso oder mehr wahrscheinlich -2
   
   

Wahrscheinlichkeit: hoch > 3 Punkte, mittel 1–2 Punkte, niedrig < 0 Punkte
Analysenmaterial: Citrat-Blut, Citratplasma (Quick-Röhrchen).
Testprinzip: Quantitative turbidimetrische Bestimmung. In Anwesenheit von Fibrinabbauprodukten agglutinieren mit monoklonalen Antikörpern beschichtete Latexpartikel.
Kosten: Abrechnung EBM 32212 12,80€ Budget-befreit bei Angabe der Kennziffer 32011 (Therapiepflichtige
hämolytische Anämie, Diagnostik und Therapie der hereditären Thrombophilie, des Antiphospholipidsyndroms oder der Hämophilie).